1. FC Union Berlin: Zehntausendmal Fünfhundert

November 8, 2011 | In: 1. FC Union Berlin, 2. Bundesliga, Fußballfans, Stadion-Infos


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Der Ostberliner Traditionsverein gehört zu einem Paradebeispiel einer erstrebenswerten Fußballkultur, welche zudem auch noch sehr erfolgreich umgesetzt wird. Zusammen mit seinen Union-Fans baute man sich in der Wuhlheide ein neues Stadion, welches auch in Kommerzzeiten immer noch den Namen “Alte Försterei” trägt – Werbebotschaften nach jedem Foul auf der Anzeigetafel sind hier ein absolutes Tabu.

Dort wird im Prinzip das Gegenteil praktiziert, was momentan in Leipzig recht stümperhaft mit verbrannten Millionen eines österreichischen Sponsors bisher nicht umgesetzt werden konnte. Dass man in Berlin natürlich nichts mit derartigen Retortenprojekten am Hut hat, zeigte die lautstarke Reaktion der Fans auf den Versuch eines Testspiel gegen RasenBallsport Leipzig im März diesen Jahres. Eine Meinung, welche der größte Teil der ostdeutschen Fußball-Landschaft außerhalb von Leipzig teilt.

(…) Für die Union-Fans ist die Entscheidung der Verantwortlichen absolut nicht nachzuvollziehen. Mit solchen künstlichen Projekten im Fußball kann sich kaum ein Unioner Fußballfan identifizieren, zumal doch gerade dort das Gegenteil von RasenBallsport Leipzig sehr erfolgreich in den letzten Jahren praktiziert wurde. Umgehend wurden Rufe nach Boykott oder sofortiger Absage des Testspiels gegen den unbeliebten Retortenverein des österreichischen Konzerns “Red Bull” im eigenen Fanforum laut (…) [Ostfussball.com]

Foto: Rainer Jensen | dpa/lbn | +++ (c) dpa - Bildfunk +++

Nun geht es ganz aktuell um die Planung des Baus der neuen Haupttribüne – und um dabei nicht in zu große Abhängigkeit von Banken oder Investoren zu gelangen. So haben in der Zeit vom 1. bis zum 31. Dezember 2011 alle Mitglieder und Sponsoren die Möglichkeit, bis zu zehn Exemplare – von insgesamt maximal 10.000 Exemplaren – der “Alte-Försterei-Aktie” zum Stückpreis von 500 Euro zu zeichnen.

Ziel ist es, eine Mehrheit von mindestens 51 Prozent des Aktienbesitzes in Streubesitz der Unioner zu legen. Am Ende wird der 1. FC Union Berlin in einem bundesligatauglichen Stadion spielen, dessen Fremdkapitalanteil unter 40 Prozent liegen soll. Das ist im Vergleich zu den meisten anderen Stadionbauten in Deutschland eine sensationelle Quote, so Union-Präsident Dirk Zingler.

(…) Parallel dazu sind die Planungen für den Bau einer neuen Haupttribüne konkretisiert worden. So wird noch im Dezember der Bauantrag gestellt. Der Baubeginn des rund 3.500 Zuschauer fassenden Gebäudes soll voraussichtlich im Sommer 2012 sein. Die Finanzierung des Tribünenbaus steht, auch ohne die Erlöse aus der Aktienemission. Diese werden jedoch zur Senkung des Fremdkapitalanteils der Finanzierung verwendet (…) [fc-union-berlin.de]

[ab]


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26 Antworten to 1. FC Union Berlin: Zehntausendmal Fünfhundert

roger

November 8th, 2011 at 11:27

“was momentan in Leipzig recht stümperhaft mit verbrannten Millionen eines österreichischen Sponsors bisher nicht umgesetzt werden konnte.”
*hust*
stümperhaft? RB hat in kurzer Zeit prima Strukturen geschaffen. Nachwuchsmannschaften, Trainingszentrum, Geschäftsstelle, Stadion, OFCs.
verbrannte Millionen? Die kommen mehr als wieder rein wenns mit dem Profifussball klappt. Wenn nicht ist es halt ne Fehlinvestition. Passiert.
nicht umgesetzt? RBL haben diese Saison schon über 100.000 Zuschauer live in der Red Bull Arena gesehen.

admin

November 8th, 2011 at 11:36

Erfolg misst sich am Aufstieg in der Regionalliga Nord. Das wurde letzte Saison mit dem höchstem Etat dieser Klasse nicht geschafft. Die von dir angesprochenen Strukturen wurden nicht sportlich geschaffen, sondern lediglich erkauft. So etwas verdient kein Lob oder Aufmerksamkeit!

Aber jetzt bitte beim Thema Union Berlin bleiben, denn um dieses erfolgreiche Beispiel geht es hier im Beitrag.

Conrad

November 8th, 2011 at 13:47

Danke Union – das ist echter Ostfußball!

system

November 8th, 2011 at 20:36

Red Bull Leipzig spielt in der Regionalliga. Warum sollte man also dahin aufsteigen wollen?
Des Weiteren ist z.B. das Trainingszentrum eine ordentliche Struktur, oder wie soll man das sportlich schaffen??? Alle packen beim Training mit an??!
oder so wie die anderen zwei clubs in Leipzig? durch Insolvenz, Streitigkeiten, Auflösung oder gar nicht erst anpacken…..
Das klappt wohl nicht mal bei dem Dorfclub aus eurer Heimat.
Das Gejammer wegen Red Bull bringt bei euch im Dorf wohl die meisten Quoten:)
Das die GANZE REGION MITTELDEUTSCHLAND diesen Club brauch und will kapiert ihr einfach nicht.
Spart euch das Gejammer. Aber dann könnt ihr wohl eure Weltnetzseite abschalten….

Jay

November 8th, 2011 at 21:01

Wir wollen ganz klar Kante und Haltung zeigen. Wenn eine Firma wie Red Bull sich einen Verein kauft, um ihre Produkte besser verkaufen zu können, dann wird eine Grenze überschritten. Ich habe nichts dagegen, wenn vermögende Menschen sich in Vereinen engagieren. Ob dass Herr Hopp in Hoffenheim ist oder Herr Abramowitsch bei Chelsea. Wenn sich aber die Reihenfolge verschiebt, wenn erst ein Produkt da ist und dann der Fußballverein dazu gekauft wird, dann führt das den Sport ad Absurdum. Dem wollen wir bewusst etwas entgegensetzen.
(Unions Präsident Dirk Zingler)
ganzes Interview: berliner-zeitung.de

admin

November 9th, 2011 at 09:02

@system
Lesen ist nicht deine Stärke – oder? “Erfolg misst sich am Aufstieg in der Regionalliga Nord”, außerdem hatte ich betont, dass es in dem Beitrag um Union Berlin geht. Wir brauchen weitere Vereine, wie den 1. FC Union Berlin und keine künstlichen Projekte in unserer Region. Vielleicht sind diese positiven Meldungen aus Ostberlin, Ansporn für andere Vereine – nicht nur in Ostdeutschland.

Und wie erfolglos bei Red Bull im Bezug auf den Fußball agiert wird, zeigt RB Salzburg. Darauf kann man in Deutschland gerne verzichten, zumal der Mehrwert durch den Einstieg in Leipzig gleich Null beträgt.

roger

November 9th, 2011 at 14:59

Offenbar interessiert ja Union nicht so richtig. Weshalb ihr zusammenhanglos RB selbst ins Spiel bringt? Aber bitte, meine Meinung zur 10000 mal 500 Aktion: Viel Glück Union, ihr werdet es brauchen. So viel Geld vornehmlich von Privatleuten einzunehmen halte ich für unmöglich. Letztlich wird hier nur beim Fan um Geld gebettelt.
 
Ach und RB Salzburg ist erfolglos? Auch in Österreich kann man nicht mehr als eine Spitzenmannschaft werden. Dass das dann international nicht so schwer wiegt ist bei der geringeren Stärke der österreichichen Liga klar. Genau darum will RB ja in die Bundesliga… Entgegen der Meinung vieler kann Red Bull nämlich nicht endlos Geld rauspusten, sondern muss sehr wohl auf den dafür zurückkommenden Werbeeffekt achten. Der wäre – hoffentlich wird – in der Bundesliga natürlich viel höher.

admin

November 9th, 2011 at 15:56

“Weshalb ihr zusammenhanglos RB selbst ins Spiel bringt?”

Das Kontrastprogramm Red Bull zu Union könnte nicht besser gewählt sein. Und wird nicht immer wieder betont, dass es in Leipzig keine Alternative zu RB gibt? – Bitte, hier ist ein erfolgreiches Schema, welches zu 100% die Auflagen des DFB erfüllt und zugleich den Fans die Mitarbeit im Verein ermöglicht. Alles was es im Prinzip unter Red Bull nicht gibt.

sachsen7

November 9th, 2011 at 20:02

@SYSTEM , leider bist Du **** wie Russland groß ist … und Russland ist verdammt groß! 

1) Schalte bitte Dein Computer ab, Dein ist bereits aus
2) hier geht es um EISERN UNION, nicht um die Rattenballer die NIEMAND braucht
3) klasse was Union macht! … muß auch ich sagen

mit DYNAMISCHEN Grüßen 

Unioner

November 10th, 2011 at 08:57

Letztlich wird hier nur beim Fan um Geld gebettelt.
 
*In Neid Sonne* Mir gehört mein Stadion… *weiter in Neid Sonne*
 

Wladimir

November 10th, 2011 at 23:10

Die Idee ist toll. Echt. Was nicht toll ist, die plumpe Werbeaktion für die Stadion-Aktie von Herrn Dirk Zingler. Nach dem Motto: Wir, „die Robin Hoods des Fußballs“, „die Guten“ gegen RB Leipzig „die Bösen“. Dabei haben die Klubs mit einander kaum was zu tun. Es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund über RBL in dem Zusammenhang zu reden. Ok, ist verständlich. Eine Aktie, die wahrscheinlich keine Dividenden bringt, kann nur mit einem ideologischem Wert mit-dazu verkauft werden. Aber ich wünsche trotz dem viel Glück.

admin

November 11th, 2011 at 12:06

Verkaufsstart ist der 1. Dezember um 7 Uhr in der Alten Försterei. Maximal 10 Aktien werden pro Person verkauft. Wichtig ist, dass nur die Erstkäufer das Namensanrecht auf dem Wertpapier besitzen.

admin

November 15th, 2011 at 10:22

Wir verkaufen unsere Seele – aber nicht an Jeden – http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/union-red-bull-23754856-mbqf-21012550/2,h=343.bild.jpg
Gewagter Seitenhieb gegen Red Bull, dem man nun mit einer Klage aus dem malerischen Bergdörfchen Fuschl antworten möchte.

Kinospot – http://ostfussball.com/1-fc-union-berlin-kinospot-wir-verkaufen-unsere-seele-1043/

Wladimir

November 15th, 2011 at 12:17

Die wissen doch bestimmt, dass die Marke “Red Bull” registriert ist. Und damit können die den Namen nicht für eine Werbung nehmen. Die WOLLEN von RB verklagt werden, um die “Robin Hood gegen die Bösen”-Aktie zu verkaufen und 500 EUR pro Fan ansammeln. Alles Marketing am Ende! Traurig

Fuschler

November 15th, 2011 at 13:26

Eine Unverschämtheit ist das! Natürlich wird sich Red Bull dagegen wehren, dass man seinen Namen befleckt. Ich hoffe, der unnütze Berliner Verein geht daran zu Grunde!

...

November 15th, 2011 at 15:23

Haha natürlich wird man die Klage von RB einkalkuliert haben, bringt einfach mehr Aufmerksamkeit. Aber nur getroffenen Hunde bellen, Retortenclub RB braucht niemand hier. Das bisschen Gejaule aus Leipzig wird man abkönnen, zu Grunde geht Union daran sicher nicht.

sachsen7

November 15th, 2011 at 18:51

@Fuschler – eine Unverschämtheit für den (nicht nur ostdeutschen) Fußball ist die EXISTENZ von RB LEIPZIG !

Bjorn-Ole

November 15th, 2011 at 22:35

Roger,
 
ich muss echt schmunzeln was du schreibst.
“RB hat in kurzer Zeit prima Strukturen geschaffen. Nachwuchsmannschaften, Trainingszentrum, Geschäftsstelle, Stadion.”
Nachwuchsmannschaften – abgekauft von Sachsen Leipzig
Trainingszentrum – okay
Geschäftsstelle – hääää?!
Stadion – war ja wohl lange vor der Brause da
Ich frag mich immer, was ihr Brausefans vorher gemacht habt. Ihr könnt doch nicht wirklich Fussballfans gewesen sein. Ihr geht zu einem Verein der keine Vereinsmitglieder haben will. Wisst ihr eigentlich was das heißt?!?! Die schei… auf euch. Ich kann da echt nur den Kopf schütteln. Aber jeder wie er´s gern hat

Bjorn-Ole

November 15th, 2011 at 22:38

Und für alle anderen.
 
Leipzig ist nicht RB!!!
RB ist Markranstädt! RB Markranstädt

Pöbel64

November 15th, 2011 at 22:53

Fuschler -

Du solltest mal weniger Energy trinken und mal lieber bei der Sache bleiben …
Der einzigste, der hier zugrunde gehen wird (der den Name “Fußball mit Tradition befleckt”) ist der Retortenclub und nicht Union. Die machen genau das richtig. Nicht wie RB, die jeden kaufen inckl. Fans. Viel Glück Eisern Union!!!

Wladimir

November 16th, 2011 at 00:44

Natürlich wird RB am Ende keinen verklagen. Zu Grunde kann aber 1. FC doch gehen, aber aus einem anderen Grund (meiner Meinung nach). Wenn die Fans doch großteils zur Meinung kommen, dass es besser wäre für 500 EUR die Weihnachtsgenschenke zu kaufen, als ein Stück Papier. Weil die richtig großen Sponsoren werden nach dieser Werbeaktion einen großen Bogen um den Verein machen. Na, mal sehen …
Mal gefragt … wenn ich hier eine Seite öffne (egal welche), dann springt mir eine riesige Werbeanzeige ins Gesicht. Und dann muss ich die wegklicken. Aber ein neues Fenster öffnet sich trotzdem. Ist das nur bei mir so?  

Stutti

November 16th, 2011 at 07:17

Wann gibt es denn schon ein kleines Stück von seinem Lieblingsstadion als Weihnachtsgeschenk? Man darf nicht vergessen, dass man dazu ein Mitspracherecht erwirbt und keinesfalls nur zur Kasse gebeten wird. Zu den Großsponsoren: da haben schon welche angefragt. Doch das primäre Ziel bei Union ist Fußball in seiner Reinform (soweit es möglich ist) – das oberste Ziel von RBL ist die Marke RB in Deutschland weiter zu pushen.
Na man kann von der Sache halten was man will, mMn immer noch besser als einen unbekannten Verein nur zu einem Zweck hoch zu züchten: GELD

Jay

November 16th, 2011 at 13:29

Stutti hat Recht. Der Konzern und Union verfolgen zwei unterschiedliche Ziele. Union: Fußball unter Mitnahme seiner Mitglieder und Fans. Möglichweise dauerhaft in Liga 2 mit gelegentlich mal ein Jahr ”Urlaub in Liga 1″ aber das ist okay für sie, wie sie selbst sagen. 
Und bei RB: Aufmerksamkeit fürs Dosen-Getränk und Erreichen der Massen via Medien mittels Promotion-Fußballer. Fans und Mitglieder sind unwichtig, unnütz, schlicht nicht notwendig ! Das hat nichts mit “muss jeder selber wissen” oder “wem es gefällt” zu tun. NEIN, solches Gebahren ist zu 100% Abzulehnen !!! Diese oberflächliche “Fußball-show” ist kein Modell für längere Zeit und schon garnicht zukunftsweisend! Wer das nicht erkennt ist nichts weiter als DAS !

roger

November 16th, 2011 at 14:50

@Jay -
 
Was zählt ist auf dem Platz. Da wird bei RB schlicht Fußball geboten. Zur Zeit erfolgreich – deshalb gehen die Leute hin. Das hat sehr wohl Zukunft und ist nicht oberflächlicher als sonstwo.

Profi-Sportler sind übrigens überall Werbeträger. Auch bei Union.

[ab]

November 16th, 2011 at 15:37

“Da wird bei RB schlicht Fußball geboten.”

Interessante These, wenn hochbezahlte Profis (Etat 10 Millionen +) gegen Feierabendfußballer in der 4.Liga antreten. Von dem aktuellen Desaster in Salzburg wollen wir gar nicht erst sprechen.

Das Spiel von RB Leipzig gegen Augsburg war übrigens alles andere als sehenswert (Fehlpässe etc). – Na gut, die Laola-Welle nach zehn Minuten war schon für jeden Eventbesucher ein absolutes Highlight an diesem sonst tristem Abend.

Jay

November 16th, 2011 at 15:39

“Was zählt ist auf dem Platz.”

Und genau (nur) das zählt eben nicht, das ist der Punkt, den jene wie du nicht erkennen (wollen).

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