Ostvereine – Tabelle Ost – letzter Spieltag

An diesem Wochenende steht der letzte Spieltag in den drei deutschen Profiligen an. Und die ernüchternde Quintessenz im Ostfußball heißt auch dieses Jahr wieder – kein Ostverein im Oberhaus. Was nicht zwangsläufig bedeutet, dass auch alles schlecht war.

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Tabelle Ost Einschätzung:

1. Red Bull Leipzig – Der Ableger eines österreichischen Getränkeabfüller konnte sein Ziel Aufstieg in die 1. Bundesliga trotz riesigem Millionenetat nicht erreichen. Nun geht das Leipziger Finanzdoping in der kommenden Spielzeit in die nächste Runde.

2. FC Union Berlin – Mit einer ausgeglichenen Statistik beendet der Ostberliner Vorzeigeclub diese Saison in der zweithöchsten Spielklasse. Seit vielen Jahren wird im Stadtteil Köpenick durchaus gute Arbeit in Zusammenarbeit von Führungsetage und seinen Mitgliedern geleistet.

3. FC Erzgebirge Aue – Der Verein aus dem Erzgebirge hat es am letzten Spieltag der 2. Bundesliga nicht mehr selbst in der Hand und muss auf Schützenhilfe im Abstiegskampf hoffen. Allerdings hat man dafür leider schlechte Karten, wenn man alleine die Ergebnisse der letzten Spieltage betrachtet.

4. Chemnitzer FC – Gut gestartet und immerhin bis zum 11. Spieltag Spitzenreiter der 3.Liga reichte es am Ende allerdings dann doch nicht zum Aufstieg. Trotzdem können die Chemnitzer zufrieden sein und die Entwicklung lässt auf eine starke kommende Spielzeit hoffen, wenn wichtige Führungsspieler gehalten werden können.

5. FC Energie Cottbus – Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg wurde zwar nicht geschafft, denoch gab es auch bei den Lausitzern über das Jahr gesehen mehr Licht als Schatten. Die spektakulären Wintereinkäufe wie zum Beispiel Ronny Garbuschewski konnten allerdings nichts bewirken.

6. SG Dynamo Dresden – Teilweise Jenseits von Gut und Böse verlief die Meisterschaft der Schwarz-Gelben. Nach einer realtiv guten Hinrunde stolperte man jedoch in der Rückrunde in ein Fiasko nach dem Anderen. Auch im DFB-Pokal qualifizierte man sich nicht für die kommende Spielzeit – abhaken.

7. Hallescher FC – Auswärts war der Club von der Saale stets eine gute Bank. Dafür  gehörte man bei den Heimspielen zu den schwächsten Teams der dritten Liga. In der Abrechnung reicht das  trotzdem noch für einen einstelligen Tabellenplatz unter “Dauertrainer” Sven Köhler.

8. FC Rot-Weiß Erfurt – Zur Winterpause stand Erfurt ganz weit oben in der Tabelle und hatte gar ernsthafte Aufstiegsambitionen. Mit Trainerrauswurf änderte sich jedoch diese Konstellation und der RWE avancierte in der 2. Halbserie zur Schießbude der Liga und spielte fortan wie ein Absteiger.

9. FC Hansa Rostock – Der Verein von der Ostsee steht sportlich und finanziell mit dem Rücken zur Wand. Vor dem letzten Spieltag in Dresden ist man stark abstiegsbedroht, was in der derzeitigen Situation einem echten Armageddon gleichkäme. Doch zumindest auf seine Fans kann man sich verlassen.

10. FC Magdeburg – Der ostdeutsche Traditionsverein klopft erneut nach 2007 an die Tür zum Profigeschäft an. Als Meister der Regionalliga Nordost geht es Ende Mai in die beiden Relegationsspiele gegen Kickers Offenbach. Dazu sollten alle Fans des Ostfußball schon mal kräftig die Daumen drücken.

DFB-Pokal 2015/2016: Informationen und Termine

Insgesamt neun von 64 Startplätzen gehen in der kommenden Spielzeit um den DFB-Pokal in unsere ostdeutsche Region. Wir schicken folgende Teams in die 1. Runde:  1. FC Union Berlin, FC Erzgebirge Aue, Red Bull Leipzig, FC Energie Cottbus, Hallescher FC, FC Hansa Rostock, Chemnitzer FC, FC Carl Zeiss Jena uns seit gestern Abend auch der Berliner FC. Ärgerlich – die SG Dynamo Dresden erreichte in diesem Jahr leider keinen Startplatz.

(…) Der DFB-Pokal (bis 1943 Tschammerpokal) ist ein seit 1935 ausgetragener Fußball-Pokalwettbewerb für deutsche Vereinsmannschaften. Er wird jährlich vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) veranstaltet und ist nach der Deutschen Meisterschaft der zweitwichtigste Titel im nationalen Vereinsfußball (…)

Die Auslosung der 1. Runde im DFB Pokal 2015/2016 findet am 10. Juni im Anschluss an das Länderspiel Deutschland vs. USA live in der ARD statt.

Die Teilnahme am DFB-Pokal hat gerade für unsere ostdeutschen Vereine eine enorme finanzielle Bedeutung. Aufgrund höherer Einnahmen aus TV-Geldern hat sich die Auszahlungs-Summe im Vergleich zum letzten Wettbewerb fast verdoppelt. So erhält jeder qualifizierte Teilnehmer des DFB-Pokal folgende Prämien-Ausschüttung:

1. Runde – 140.000 Euro

2. Runde – 268.000 Euro

3. Runde – 527.000 Euro

Viertelfinale – 1.042.000 Euro

Halbfinale – 2.073.000 Euro

Vize-Pokalsieger – 2.200.000 Euro

Pokalsieger – 2.500.000 Euro

Desweiteren sind aber auch die Zuschauereinnahmen nicht zu verachten. Zwar werden die Einnahmen nach Abzug der 20 Prozent für den DFB zu jeweils 50 Prozent der ausgelosten Paarungen geteilt, aber bei einem vollem Haus und durchschnittlich 25 Euro pro Ticket, bleibt unterm Strich trotzdem noch Einiges stehen. Nicht zu vergessen, die zusätzlichen Einnahmen aus Catering und dem Verkauf von speziellen Merchandising-Produkten.

DFB Pokal

Übrigens – der materielle Wert der Trophäe (siehe Foto) wird von Kunstexperten auf mindestens 100.000 Euro geschätzt.

FC Erzgebirge Aue: Sammeln für die Meinungsfreiheit

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte nach den Vorkommnissen beim Spiel zwischen FC Erzgebirge Aue und Red Bull Leipzig eine Strafe in Höhe von 25.000 Euro verhängt. Wismut-Fans zeigten damals eine Satirezeichnung von Dietrich Mateschitz im Erzgebirgsstadion (Ostfusball.com berichtete).

Und obwohl kein deutsches Zivilgericht sich der Sache angenommen hatte und auch das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde, zeigten die netten Herren des DFB in Frankfurt, wie es in puncto Meinungsfreiheit in den bundesdeutschen Stadien bestellt ist. Zumindest “gnädig” zeigte man sich dann doch mit der Höhe der Strafe, denn zunächst war gar eine Summe von 50.000 Euro im Gespräch.

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Nun haben Anhänger der “Erzbrigade” sowie der “Fanszene Wismut Aue” eine Sammelaktion für den Wismut-Nachwuchs ins Leben gerufen, welche wir an dieser Stelle dokumentieren möchten –

(…) Strafe RB?! Drauf geschissen! Nachwuchsförderung.

Wir wollen keine Diskussion entfesseln, ob die Aktionen gegen RB sinnvoll, intelligent oder geschmackvoll waren. Es geht uns nur darum, dass unser Verein nicht auf Kosten sitzen bleibt, für die mangelnde Rechtsauffassung des DFBs. Jedes eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde mittlerweile eingestellt, weil KEINE strafbare Handlung vorliegt. Im Umkehrschluss heißt dies, der DFB verurteilt unseren FCE aufgrund von nichts. Philosophisch könnten wir nachhaken, wer verurteilt den DFB wegen hundertfacher Beihilfe zum Mord in Katar? Wer seine Moralmesslatte hoch hängt, sollte bei sich anfangen!

Aber wieder zurück zu Wismut Aue. Das Geld wird zur Nachwuchsförderung in der neuen Saison eingesetzt. Neben der Förderung der spielenden Mannschaften, wird – zusammen mit dem Verantwortlichen – geschaut, welche Anschaffungen für das neue Internat noch nötig sind. Je nachdem wie die Aktion läuft, ist geplant die Aktion auf andere Abteilungen auszudehnen. Am Erhalt der zweiten Bundesliga hängen alle Abteilungen und der Nachwuchs, also brauchen wir die Augen nicht zu verschließen, wenn von außen finanzielle Mittel gestohlen werden, wird zuerst im mildtätigen Bereich gespart, denn ohne Liga 2 würde es langfristige Kürzungen geben. Deshalb soll die Aktion eventuell entstehende Lücken schließen. In der neuen Saison gibt es weitere Aktionen.

Je nach Feedback sind wir auch gerne bereit, aus dieser Aktion etwas nachhaltiges und dauerhaftes entstehen zu lassen! Egal wie wir verpfiffen oder bestraft werden, der Schacht lässt sich nicht unterkriegen. Solange wir als Verein zusammen stehen, wird Wismut Aue nicht untergehn, deshalb sei auch DU ein Teil von Wismut Aue und spende auch DU unter: betterplace.org (…)

3. Liga: SG Dynamo Dresden vs. FC Hansa Rostock – live

Mit einem echten Kracher geht die Drittliga-Spielzeit 2014/2015 zu Ende. Und das Ostderby zwischen Dynamo Dresden und FC Hansa Rostock am letzten Spieltag der Saison hat es wahrlich in sich.

Denn während für Dynamo die Saison längst abgehakt ist, geht es für den FCH sprichwörtlich um das nackte Überleben. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) sendet die Partie aus dem Rudolf-Harbig-Stadion am 23. Mai ab 13:30 Uhr als Übertragung im Fernsehen sowie ebenso via Livestream im Internet.

livestream >>> mdr.de

Letzte News-Splitter rund um das Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hansa Rostock –

Rostock: (…) Insgesamt sind die empfohlenen Anreisemodalitäten und die Kartensituation weiterhin als eine absolute Frechheit anzusehen, nur aufgrund der existenziellen Bedrohung unseres FC Hansa sehen wir keine Alternative. Die Fanszene Rostock e.V. wird unter den gegebenen Umständen die Demonstration nicht durchführen. [fanszene-rostock.de, 18. Mai] (…) Radio Dresden twitterte am 19. Mai, 16:36 Uhr – Aktuell: Die Demonstration der Fanszene Rostock in Dresden am Samstag ist eben offiziell beim Ordnungsamt abgemeldet worden (…) [Ostfussball.com]

Dresden: (…) Mehr als fünf Jahre liegt die Eröffnung des neuen Dresdner Stadions schon zurück. Doch noch immer gibt es Streit um die Baukosten. Diese hatten sich während der jahrelangen Verzögerung zwischen Bauplanung und tatsächlichem Baubeginn erhöht. Die Stadionbauer der “Arbeitsgemeinschaft Ersatzneubau Rudolf-Harbig-Stadion” fordern laut Anwalt Helmerich Bornheim noch 3,2 Millionen Euro plus Zinsen. Diese würden mittlerweile weitere 1,5 Millionen Euro ausmachen (…) [sz-online.de]

Rostock: (…) Mittlerweile ist man in Rostock in der 3. Liga angekommen und spielt am kommenden Wochenende ein wahres ostdeutsches Schicksalsspiel bei der SG Dynamo Dresden. Im Fall einer Niederlage droht dem finanzklammen Verein von der Ostsee der Absturz aus dem bezahlten Fußball. Zwar ist der Verein nun nahezu schuldenfrei, doch die Ostseestadion GmbH ist auch weiterhin mit 21 Millionen Euro aus dem Stadionbau belastet. Der DFB verlangt deshalb eine Rücklage von 4 Millionen Euro, welche der FC Hansa Rostock allerdings nicht hat (…) [Ostfussball.com]

Dresden: (…) Zwar versuchte Lambertz gestern noch zu mauern, sagte: “Es ist noch nicht fix.” Aber BILD erfuhr: Der Zwei-Jahres-Vertrag ist bereits unterschrieben. Jetzt muss nur noch der Dynamo-Aufsichtsrat zustimmen. Warum tut sich einer wie Lambertz, der mit Fortuna von der Regional- in die Bundesliga aufgestiegen ist (was außer ihm kein anderer Profi schaffte), diesen “Karriere-Knick” an? Am Geld scheint’s offenbar eher nicht zu liegen. In Dresden soll er rund 140.000 Euro pro Jahr verdienen, dazu gibt’s im Aufstiegsfall eine ordentliche Prämie. Da hätte er mit Sicherheit woanders mehr rausholen können (…) [bild.de]

(…) Beim Spiel gegen Hansa Rostock nehmen gleich zwei Fußballgötter Abschied als Spieler von Dynamo Dresden. Vor ausverkauftem Haus werden Benjamin Kirsten und Cristian Fiel zum letzten Mal in Schwarz-Gelb auflaufen (…) [mopo24.de]

Alle Livestreams zum Saisonfinale in der 3. Liga mit ostdeutscher Beteiligung auf einen Blick –

SG Dynamo Dresden vs. FC Hansa Rostock – MDR/NDR/BR
SpVgg Unterhaching vs. FC Rot-Weiß Erfurt – NDR/BR
FSV Mainz 05 II vs. Chemnitzer FC – BR

Ur-Krostitzer: Red-Bull-Shitstorm

Dass Fußballfans gerne literweise Bier im Stadionumfeld trinken, ist allgemein bekannt. Auch in der Leipziger Gegend ist das im Prinzip nicht anders, obwohl da ja momentan zuckersüße Energydrinks statt zartherber Hopfengetränke ganz oben auf der Verkaufsliste im ehemaligen Zentralstadion stehen.

Trotzdem mochte der regionale Bierbrauer Ur-Krostitzer, ein Unternehmen der Radeberger Gruppe, nicht gänzlich auf das vermeintlich lukrative Geschäft verzichten. Und so lud man kurzerhand im März 2015 via Facebook zu einem Dreh für einen Werbeclip in die Moritzbastei Leipzig ein.

(…) RED BULL FANS, WIR BRAUCHEN EUCH!
Wir möchten einen authentischen RB-Fan-Spot drehen und suchen Euch – Die Wahren Helden – als unsere Hauptdarsteller. Ob weiblich oder männlich, ob klein oder groß – wir suchen Euch ganz ohne Casting und Schauspielerei. Kommt in voller RB-Fan-Montur (…) [facebook.com]

Allein die ersten Kommentare unter dem Aufruf gaben schon zu denken, trotzdem wurde das Marketing-Video produziert und lief seit einigen Tagen als bezahlte Produktinfo beim sozialen Netzwerk Facebook in den Neuigkeiten. Allerdings mit mäßigem Erfolg, denn statt Beifall entbrannte ein wahrer Shitstorm gegen die Biermarke, bis hin zu Boykottaufrufen, als Kommentare unter dem Video.

Zudem wurde seitens Ur-Krostitzer dazu aufgerufen ein Fanfoto hochzuladen, welches nun öffentlich auf der Bierwebseite erscheint – mit zahlreichen Kindern, Omas und Opas. Thema Datenschutz? Das Internet vergisst bekanntlich nie.

Selbst eingefleischte RB-Fans haken den Werbeclip unter dem Begriff “fremdschämen” ab, denn mit authentisch hat dies wirklich nicht viel zu tun. Oder etwa doch? Denn die Protagonisten erinnern eher an hypochondrische Pausenclowns zum DFB-Fasching der deutschen Nationalmannschaft, anstatt an die suggerierten “wahren Helden”.  Mittlerweile wurde die fragliche Werbebotschaft nun wieder klammheimlich bei Facebook abgesetzt.

Über die Radeberger Gruppe –

Die Radeberger Gruppe KG mit Sitz in Frankfurt am Main ist die größte Brauereigruppe in Deutschland. Sie produziert an 16 Standorten Bier und alkoholfreie Getränke. Das Bundeskartellamt verhängte am 2. April 2014 gegen die Radeberger Gruppe sowie gegen mehrere weitere Brauereien in Deutschland und den Verband Rheinisch-Westfälischer Brauereien e. V. Geldbußen wegen angeblicher verbotener Preisabsprachen bei Bier in Höhe von insgesamt 231,2 Millionen Euro.

Hansa Rostock wird brennen bei Dynamo Dresden …

… um im fußballerischen Spiel auf dem Rasen den sportlichen Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse zu halten und damit gleichzeitig auch einen ansonsten durchaus drohenden finanziellen Knockout des hanseatischen Vereins abzuwenden (Ostfussball.com berichtete).

Die eigentliche sportliche Bedeutung der Begegnung im Rudolf-Harbig-Stadion zwischen der SG Dynamo Dresden und dem FC Hansa Rostock beiseite sowie die sich nunmehr abzeichnende Entspannung der Fanproblematik außer Acht lassend, schlagen medienseitig die Wellen allerdings nach wie vor hoch, zumindest hier und da titelseitig.

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(Dresdner Morgenpost, 19. Mai 2015)

Wobei die mehr oder weniger geneigte Leserschaft dann im entsprechenden Artikel kaum etwas anderes dargestellt bekommt als das, was bereits vor Drucklegung bekanntes Allgemeinwissen war –

(…) aufgrund der sportlichen Entwicklung und der entstandenen Brisanz der Partie, haben sich alle Beteiligten erneut zusammengesetzt und folgendes beschlossen: Dynamo erhöht das Kartenkontingent von 1600 auf 1700 und schickt statt Vouchers richtige Eintrittstickets nach Rostock. Diese aktuelle Entwicklung verkündete Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer (39) am Montag [18. Mai] bei “1953 – Der Dresdner Fußball-Talk” im Schillergarten (…)” [Dresdner Morgenpost, 19. Mai]

Berichterstattung ist eines. Titelseiten etwas anderes?

Die Sächsische Zeitung wiederum stellt die aktuelle Lage rund um das Drittliga-Spiel am 23. Mai gegenwärtig so dar –

(…) es gibt Signale, dass die Hansa-Fans vor dem Spiel bei Dynamo am Pfingstsonnabend nicht durch Dresden marschieren. Auf der Sicherheitsberatung gestern [18. Mai] wurde ein Kompromiss ausgehandelt, der “die Situation befriedet und deeskaliert”, wie Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer hofft.

(…) Zutritt zum Gäste-Bereich des Stadions soll jedoch nur erhalten, wer einen vorgeschriebenen Parkplatz am Stadtrand nutzt und mit einem Shuttle-Bus ins Stadion fährt (…)

Schäfer wertet die neuen Signale aus Rostock positiv. In einem Brief an die Teilnehmer der Sicherheitsberatung hatten die Hansa-Fans angekündigt, auf den geplanten Protestmarsch zu verzichten und stattdessen ihre Mannschaft im Stadion zu unterstützen, wenn es eine Lösung gibt (…)

Die Dresdner Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage der SZ, dass für Sonnabend von 10.30 bis 13.30 Uhr eine Demonstration angemeldet wurde, die vom Postplatz durch die Innenstadt gehen soll. Nach dem Kompromiss rechnet man jedoch damit, dass sie zurückgezogen – und damit auch der von Dynamo-Fans angekündigte Widerstand hinfällig wird (…) [Sächsische Zeitung, 19. Mai]

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(Schnappschuss: Dresden, Münchner Platz)

Eben jene Sächsische Zeitung zitierte übrigens vor wenigen Tagen noch die Fangemeinschaft Dynamo: “Wenn sich die Modalitäten zur Kartenvergabe nicht schleunigst ändern, wird am 23. Mai in Dresden sicherlich vieles abgebrannt – nur kein Fußballfest.”

(…) Insgesamt sind die empfohlenen Anreisemodalitäten und die Kartensituation weiterhin als eine absolute Frechheit anzusehen, nur aufgrund der existenziellen Bedrohung unseres FC Hansa sehen wir keine Alternative.

Die Fanszene Rostock e.V. wird unter den gegebenen Umständen die Demonstration nicht durchführen (…) [fanszene-rostock.de, 18. Mai]

Wird nun alles anders? Besser? Gut? Für wen?

Nachtrag: Radio Dresden twitterte am 19. Mai, 16:36 Uhr – Aktuell: Die Demonstration der Fanszene Rostock in Dresden am Samstag ist eben offiziell beim Ordnungsamt abgemeldet worden.

FC Sachsen Leipzig ist nun LFV Sachsen Leipzig

Eins muss man den Leutzschern lassen – sie sind einfach nicht tot zu kriegen. Sie stolpern von einer Insolvenz in die Nächste und feiern ein paar Monate später die Auferstehung wie Leiden Christi. Dieses Mal geht es in Leutzsch unter dem Namen LFV Sachsen Leipzig weiter.

In welcher Liga genau der Neustart mit dem Prädikat wie “Phönix aus der Asche” beginnen soll,  findet man allerdings auf der neuen Homepage nirgends – wahrscheinlich aber in der 3. Kreisklasse, so wie einst die netten Nachbarn aus Probstheida.

lfv leipzig

(…) Mit viel Herzblut möchten wir einen besonderen Fußballverein aufbauen der die Traditionslinie der früheren Leipziger Vereine Britannia 1899 Leipzig, SV TuRa 1932, ZSG Industrie Leipzig,BSG Chemie Leipzig, FC Grün-Weiß Leipzig und FC Sachsen Leipzig 1990 fortsetzen möchte. Ende Oktober war es soweit und die so wichtige Gründungsversammlung konnte abgehalten werden . Dafür trafen sich 15 Sportfreunde in Leipzig, um den Verein Leutzscher Fußball-Verein Sachsen Leipzig e.V. zu gründen .Die vorgelegte Satzung , die Richtlinien sowie die Vorstände wie auch Aufsichtsrat und Ehrenrat wurden gewählt.

Inzwischen sind die Planungen für die neue Saison bereits angelaufen und laufen auf Hochtouren. Da die 1.Mannschaft des Vereins dabei das Aushängeschild sein soll, freuen wir uns sehr das es uns gelungen ist mit Michael Breitkopf als Sportlicher Leiter und Trainer der 1.Mannschaft und Andreas Arnold als Jugendkoordinator zwei kompetente Sportfreunde für diesen Neuaufbau zu verpflichten .

Wir denken und handeln dabei langfristig, nachhaltig und erfolgsorientiert um einen Fußballverein aufzubauen der sich durch hohe Fußballkompetenz auszeichnet . Um unser Ziel den Verein fortlaufend aufzubauen zu verfolgen, wollen wir in erster Linie den Jugendbereich neu gestalten und nach Möglichkeit durch lizenzierte Jugendtrainer aufbauen . Für die Verwirklichung aller weiteren Ziele benötigen wir Unterstützung aus unserer Region. Diese kann durch die Mitgliedschaft , Sach- oder Geldspenden oder den Abschluss von Sponsoring Verträgen erfolgen .

Der Spielbetrieb wird ab dem 01.07.2015 aufgenommen, alle Heimspiele werden im Willi-Kühn-Sportpark, Merseburger Straße 187, 04179 Leipzig ausgetragen. Dabei möchten wir uns sehr herzlich beim SV Leipzig Nordwest bedanken und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit , die auf stets respektvollen Umgang , Toleranz und Vertrauen basiert (…)

Foto & Text: [lfv-sachsen-leipzig.de]

Derzeit wirkt der neue Webauftritt allerdings noch etwas sporadisch und unprofessionell, was aber einen eingefleischten FC Sachsen Fan nicht abhalten wird. Die ersten (alten) neuen Fanclubs “Eilenburg”, “Joker”, “Mockau”, RestLeutzscher”, “Die Weltreisenden” und “0,8 Promille” haben sich schon wieder mit eingefunden.

Ostfussball nun auch für mobile Kommunikation optimiert

Auch unsere Website wurde nunmehr für die mobile Kommunikation und somit für die zukünftige Entwicklung optimiert. Dieser Schritt war dringend notwendig, da uns mittlerweile fast die Hälfte aller User von Ostfussball.com regelmäßig via Smartphone oder Tablet besuchen.

mobile ostfussball

Wir haben uns für ein so genanntes responsives Design entschieden. Doch was ist das eigentlich? Wikipedia gibt dazu Antwort:

(…) Beim Responsive Webdesign (im Deutschen auch responsives Webdesign genannt oder kurz RWD, englisch responsive ‚reagierend‘) handelt es sich um ein gestalterisches und technisches Paradigma zur Erstellung von Websites, so dass diese auf Eigenschaften des jeweils benutzten Endgeräts, vor allem Smartphones und Tabletcomputer, reagieren können. Der grafische Aufbau einer „responsiven“ Website erfolgt anhand der Anforderungen des jeweiligen Gerätes, mit dem die Site betrachtet wird. Dies betrifft insbesondere die Anordnung und Darstellung einzelner Elemente, wie Navigationen, Seitenspalten und Texte (…) [wikipedia.de]

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(Screenshot: google.de)

Dabei erscheint nun das neue Design in Form einer App (siehe Foto), welches im mobilen Modus automatisch die letzten neuen Artikel als internen Link inklusive dem aktuellen Erscheinungstermin sowie den Autor anzeigt. Nach dem Klick öffnet sich anschließend der kompletteText des ausgewählten Posts. Neben der internen Suchfunktion sind über das obige Menü aber auch alle Unterseiten sowie Kommentare jeder Zeit verfügbar.

FC Hansa Rostock: Schicksalsspiel bei Dynamo

Ein deutscher Fernsehfilm von Regisseur Bernd Schadewald aus dem Jahr 1993 über den FC Hansa Rostock nahm sich dem Begriff Schicksalsspiel bereits damals schon an. In dieser Zeit begann für den FC Hansa Rostock eine goldene Ära, denn bis 2010 spielte man fortan in der 1. beziehungsweise 2. Bundesliga.

Mittlerweile ist man in Rostock in der 3. Liga angekommen und spielt am kommenden Wochenende ein wahres ostdeutsches Schicksalsspiel bei der SG Dynamo Dresden. Im Fall einer Niederlage droht dem finanzklammen Verein von der Ostsee der Absturz aus dem bezahlten Fußball. Zwar ist der Verein nun nahezu schuldenfrei, doch die Ostseestadion GmbH ist auch weiterhin mit 21 Millionen Euro aus dem Stadionbau belastet. Der DFB verlangt deshalb eine Rücklage von 4 Millionen Euro, welche der FC Hansa Rostock allerdings nicht hat.

Rund 1.800 Teilnehmer hatten vergangene Woche auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des F.C. Hansa Rostock e.V. mit großer Mehrheit für die geplante Ausgliederung der Profifußballabteilung zum Jahresende gestimmt. Zustimmung gab es auch für die Strategie 2020, in der die langfristigen Entwicklungsziele des Vereins definiert worden sind. Wenn die Mitglieder in dieser prekären Situation mit Nein gestimmt hätten, hätte es keine Lizenz gegeben und der Vereine wäre in Folge dessen insolvent gewesen.

(…) Nach finalen Sicherheitsgesprächen zwischen Vertretern der SG Dynamo Dresden, den örtlichen Sicherheitspartnern und des F.C. Hansa Rostock, sind dem F.C. Hansa 1.700 Tickets (statt bisher 1.600 Voucher-Gutscheinen) für das Auswärtsspiel der Hanseaten am letzten Drittligaspieltag der laufenden Saison (23. Mai, Anstoß 13.30 Uhr) bei Dynamo Dresden zugesprochen worden. Rainer Friedrich, Vorstand Prävention/ Stadionmanagement erklärt: “Wir begrüßen es, dass die örtlichen Sicherheitsträger in Dresden den Vorstellungen beider Vereine gefolgt sind. Wir freuen uns auf ein friedliches Fußballfest. Für uns ist es wichtig, dass unsere Fans nun im Stadion sein werden, um unser Team lautstark zu unterstützen.” (…) [fc-hansa.de]

Zuvor hat die Fanszene von Hansa Rostock zu einer Demonstration in Dresden aufgerufen. Hintergrund der Versammlung war eine offensichtliche negative Entwicklung, bei der absehbar Gästefans bei Fußballspielen nicht mehr zugelassen, die Reisemöglichkeiten zu einem Fußballspiel immer weiter beschränkt und Stadionbesucher über die Anreise bis zum Stadion, darin und danach beinahe lückenlos überwacht werden. Die damit einhergehenden Eingriffe in Freiheitsrechte betreffen nahezu unterschiedslos die Gesamtheit aller Fans und Zuschauer von Fußballspielen.

Doch nun gab es noch eine kurzfristige Kehrtwende. Die “Eintrittsberechtigungsscheine”, die zum Verkauf nach Rostock geschickt wurden, sind entgegen den ursprünglichen Planungen keine Voucher mehr, sondern gültige Eintrittskarten.

1. FC Magdeburg: NOFV-Meisterschaft gewonnen, nun Relegation

Der 1. FC Magdeburg hat gestern völlig verdient die Meisterschaft der Regionalliga-Nordost geholt. Im Fernduell mit dem FSV Zwickau hatte man am Ende die besseren Nerven. Herzlichen Glückwunsch dazu auch von unserer Seite. Nun erwartet den ostdeutschen Vertreter die Relegation zum Aufstieg in die 3.Liga gegen Kickers Offenbach.

fcm

Ungern erinnern wir uns alle noch an das Jahr 2007 als der 1.FC Magdeburg nur knapp am Aufstieg in die 2.Bundesliga scheiterte. Vor 25300 Zuschauer gegen den FC St.Pauli reichte ein Unentschieden damals leider nicht. Der FCM hatte den Aufstieg verspielt, Osnabrück feierte neben St.Pauli die Rückkehr in die 2. Liga. Solch ein Horror-Szenario soll diesmal allerdings nicht passieren, obwohl die Aufgabe gegen den Traditionsverein Kickers Offenbach sicherlich nicht leichter wird. Der FCM und seine riesige Anhängerschaft gehören einfach in den bezahlten Fußball!

Größter Erfolg des 1. FC Magdeburg:

(…) Neben dem zweiten DDR-Meistertitel war der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte des FCM. Nachdem in den Runden zuvor NAC Breda, Banik Ostrava, Beroe Stara Sagora und im Halbfinale Sporting Lissabon besiegt wurden, siegte die Mannschaft im Endspiel im Rotterdamer Stadion De Kuip vor der Minuskulisse für Europapokalendspiele von 4644 Zuschauern gegen den Titelverteidiger AC Mailand nach Toren von Enrico Lanzi (Eigentor) und Wolfgang Seguin mit 2:0 und wurde damit der einzige Fußballklub der DDR, dem ein Europapokal-Triumph gelang. Darüber hinaus ist der 1. FC Magdeburg bis heute zusammen mit der Europapokalsiegermannschaft von Celtic Glasgow 1967 der einzige Verein, der ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Region den Europapokal gewann. Dabei war die Tatsache, dass sämtliche Spieler aus dem Bezirk Magdeburg kamen, selbst für den DDR-Fußball ungewöhnlich (…)

Die Aufstiegsspiele sollen in der letzten Maiwoche ausgetragen werden. Dabei kommt es am Mittwoch, den 27. Mai, zum Hin- und am Sonntag, den 31. Mai, zum Rückspiel der Relegationspartien. Beide Partien werden jeweils live beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zu sehen sein.

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